Autor: Sebastian Thimm
18. Juni 2010 09:56
Man könnte meinen, es wäre ein verspäteter Aprilscherz, aber das, was Golem (siehe Artikel) da heute berichtet, ist tatsächlich wahr:
Der Marktführer im Bereich Drucker in Europa Hewlett-Packard (HP) hat laut eines Originalberichts der Computerword angeblich erfolgreich ein Programm zum Test der Akzeptanz von Druckern durchgeführt, die selbständig Werbung ausdrucken können. Kooperationspartner für die Werbung soll Yahoo sein.
Die Werbung kommt von Yahoo, Tinte und Papier vom Kunden
Technisch funktioniert das so: Die Drucker agieren als Netzwerkdrucker und können autonom über das Internet Werbeinhalte nachladen, welche sodann eigenständig vom Drucker ausgedruckt werden. Die ausgedruckte Werbung soll vom Layout her an das von Zeitungen angelehnt sein und entsprechend der durchgeführten Markttests von HP und Yahoo von den Testbenutzern positiv aufgenommen und als nicht störend empfunden worden sein. Von der eigentlichen Drucktechnik her soll es sich ansonsten um normale Tintenstrahldrucker handeln. Quelle der Werbenachrichten ist das Werbenetzwerk von Yahoo. Die Werbung soll speziell auf das Profil des Endanwenders zugeschnitten sein.
Die Nachteile (für den Kosumenten) sind offensichtlich:
- Papierverbrauch auf Seiten des Anwenders
- Verbrauch von Tine auf Seiten des Anwenders
- Belästung durch Werbung auf Seiten des Anwenders
Es ist zu vermuten, dass solche Drucker - wenn Sie denn tatsächlich auf den Markt kommen - vergünstigt angeboten werden. Sicherlich wird es bei geschicktem Marketing und Kommunikation eines günstigeren Preises auch hier möglich sein, Abnehmer für ein solches Modell zu finden, schließlich gelang es in der Vergangenheit HP ja auch, Drucker mit fast leeren "Introductory"-Tintenpatronen auszuliefern und die Preise für die Verbrauchsmaterialien in exorbitante Höhe zu schrauben. Bleibt zu hoffen, dass solche Produktideen sich nicht durchsetzen plötzlich zum Standard werden.
Mein Fazit: Heftiges Kopfschütteln!